DEMOKRATISCHEN REPUBLIK KONGO

Hintergrund

Die Demokratische Republik Kongo (DRK) ist das grösste Land in Subsahara-Afrika. Der seit mehr als drei Jahrzehnten andauernde Konflikt hat zu grossflächigen Vertreibungen geführt, wodurch Millionen von Menschen von Ernährungsunsicherheit und Unterernährung bedroht sind. Im Januar 2025 eskalierte der Konflikt zwischen Regierungstruppen und bewaffneten Gruppen im Osten des Landes erheblich, was katastrophale Folgen für Kinder und Familien hatte.

Gleichzeitig hat der Rückzug der Entwicklungs- und humanitären Hilfe durch Regierungen weltweit verheerende Auswirkungen auf die verfügbaren Hilfsleistungen, was den Zugang von Familien zu grundlegenden Dienstleistungen noch weiter erschwert. Da die DRK zu den zehn Ländern gehört, die am stärksten von der Aussetzung der US-Hilfe betroffen sind, droht diese Finanzierungslücke die Krise für diejenigen zu verschärfen, die dringend Hilfe benötigen.


Dein Beitrag im Kongo

1,775

Ausgebildete Lehrkräfte

75,189

Kinder, die durch Schutzmassnahmen, psychologische Betreuung, Verbesserungen im Schulwesen, berufliche Qualifizierung oder direkte Einschulung erreicht werden

8,552

Erwachsene, die durch Schulungen zu Kinderschutz oder positiver Erziehung erreicht wurden

was wir tun

Street Child ist stolz darauf, mit einem starken Netzwerk kongolesischer Partner zusammenzuarbeiten, die vor Ort standhaft bleiben und sich dafür einsetzen, auf die aktuelle Krise in Nord- und Süd-Kivu zu reagieren. Wir sind zudem in der Region Mai-Ndombe im Westen der Demokratischen Republik Kongo tätig, wo sich der Konflikt zwischen verschiedenen Stämmen verschärft hat und Tausende von Familien vertrieben wurden.

aktuelle Krise

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo haben die eskalierenden Kämpfe über 700'000 Menschen dazu gezwungen, aus den aufgelösten Vertriebenenlagern zu fliehen und in den grössten Städten der Region, Goma und Bukavu, Schutz zu suchen. Doch statt Zuflucht zu finden, sind sie erneut auf der Flucht. Da bewaffnete Gruppen die Kontrolle über Goma und Bukavu übernommen haben, sind Kinder extrem gefährdet – viele sind unbegleitet und besonders anfällig für Rekrutierung durch bewaffnete Gruppen, Menschenhandel, Ausbeutung und Missbrauch.

Street Child unterstützt fünf Kinderclubs, um psychologische Hilfe und einen sicheren Ort zum Spielen und für soziale Kontakte anzubieten und so inmitten des Chaos wichtige Momente der Heilung zu schaffen. Ausserdem senden wir Radioprogramme, um die Bildung der Kinder fortzusetzen und Lerneinbrüche so weit wie möglich zu vermeiden.

NIVEAU+

Street Child weitet sein Programm «Teaching at the Right Level» (TaRL) im Rahmen unseres NIVEAU+ Projekts auf vier Provinzen der Demokratischen Republik Kongo aus. Der TaRL-Ansatz gruppiert die Lernenden nach ihren Fähigkeiten statt nach Alter oder Schulstufe und hilft jedem Kind, in seinem eigenen Tempo solide Grundkompetenzen aufzubauen. Dies ist besonders effektiv für Kinder, die aufgrund von Konflikten und Vertreibung mehrere Schuljahre verpasst haben. Im Rahmen dieses Programms werden Lehrpersonen in fast 300 Schulen geschult, wodurch über 170'000 Kinder erreicht werden.

endeleya

In Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen konzentriert sich das Endeleya-Projekt von Street Child darauf, Kindern und Lehrpersonen, die in Nord- und Süd-Kivu in die Schulen zurückkehren, psychologische Unterstützung zu bieten. Endeleya arbeitet zudem mit Schulen zusammen, die durch den anhaltenden Konflikt erhebliche Schäden erlitten haben, darunter zerbrochene Fenster, beschädigte Türen und Möbel sowie gestohlene wichtige Unterrichtsmaterialien. Wir helfen diesen Schulgemeinschaften beim Wiederaufbau und bei der Bewältigung der Folgen, indem wir Zugang zu Beratung und grundlegenden Dienstleistungen ermöglichen. Darüber hinaus sorgt Endeleya durch die Schulung von Freiwilligen aus der Gemeinde und die Stärkung lokaler Kinderschutzmassnahmen dafür, dass diese Freiwilligen in der Lage sind, die in die Schule zurückkehrenden Kinder zu erkennen, zu unterstützen und zu schützen.

lisanga

Street Child unterstützt Kinder und Familien in einer von Konflikten betroffenen ländlichen Region in Mai-Ndombe und sorgt im Rahmen unseres Lisanga-Projekts für Bildung, Schutz, sauberes Wasser und Hilfe bei der Sicherung des Lebensunterhalts. Als Reaktion auf den eskalierenden Konflikt, der zur Vertreibung zahlreicher Kinder geführt hat, helfen wir ihnen bei der Rückkehr in die Schule, indem wir Schulmaterialpakete verteilen sowie Klassenzimmer bauen und sanieren. Zudem stärken wir gemeindebasierte Kinderschutzsysteme, indem wir lokale Schutzkomitees gründen und unterstützen und so dazu beitragen, Ausbeutung und Missbrauch zu verhindern. Um die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit der Lernumgebungen weiter zu verbessern, bilden wir Lehrpersonen aus, sanieren durch Abholzung geschädigtes Land und führen Begrünungsinitiativen in und um Schulen ein.

Wote Shuleni

Wote Shuleni – was auf Swahili «alle in die Schule» bedeutet – ist ein Projekt, das darauf abzielt, die Einschulungsquote zu erhöhen, die Infrastruktur zu verbessern und das Wohlergehen von Kindern zu fördern, die in Süd-Kivu von Konflikten betroffen sind. Das Projekt richtet sich vorrangig an Mädchen und Binnenflüchtlingskinder und bietet Nachholunterricht für diejenigen an, die die Schule unterbrochen haben, um ihnen die Wiedereingliederung in die Primarschulbildung zu erleichtern. Um sicherzustellen, dass die Kinder nicht nur wieder zur Schule gehen, sondern dort auch bleiben, verfolgt Wote Shuleni einen ganzheitlichen, dreigleisigen Ansatz: Hindernisse werden durch Bildungsförderung, die Stärkung der Betreuungspersonen und Hilfe bei der Sicherung des Lebensunterhalts sowie durch gemeindebasierten Kinderschutz und psychologische Unterstützung abgebaut.